UNESCO Global GeoPark

Die Schwäbische Alb -  Ein UNESCO Global GeoPark der Superlative


Weite Teile der Mittleren Alb und ihres Vorlandes wurden am 31. Januar 2008 vom Land Baden-Württemberg als                                 Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgewiesen.

Seit dem 26. Mai 2009 ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb auch UNESCO-Biosphärenreservat. Diese Auszeichnung wurde bis 2017 verlängert. Seit Anfang 2016 ist die komplette Schwäbische Alb ein UNESCO Global GeoPark.



Quer durch Süddeutschland erstreckt sich rund 6.600 km². Damit ist er der drittgrößte Geopark in Europa. Dort, wo sich heute das bis zu 1000 m hohe Gebirge als Mittelteil des von der Schweiz bis Franken hinziehenden Jurariegels erhebt, wogte vor Urzeiten ein tropisches Meer mit Korallenriffen, weitläufigen Stränden, Palmfarnen und Ginkgobäumen. Damit beginnt die spannende Geschichte der Schwäbischen Alb, die uns bis zum Ende der Keuperzeit vor 200 Mio. Jahren zurückführt. Aus der Zeit, als das Gebiet der Alb noch von Wasser bedeckt war, stammen auch die Ablagerungen des Schwarzen, Braunen und Weißen Jura (vor 200 - 140 Mio. Jahren), aus welchen die Schwäbische Alb zum größten Teil aufgebaut ist. (Der Weiße, Braune und Schwarze Jura werden auch Ober- Mittel- und Unterjura genannt.) Seit dem Ende der Jurazeit ist die Alb landfest. Ihre Geschichte bleibt aber weiter turbulent: Abtragung während der Kreidezeit (vor 140 - 65 Mio. Jahren), Vulkanausbrüche und ein Meteoriteneinschlag während des Tertiärs (vor 65 – 2,6 Mio. Jahren) prägen das Bild. Danach machte sich über die Jahrtausende das Regen- und Grundwasser an den Kalksteinen des Jura zu schaffen. Es löste den Kalk und schuf so die höhlenreichste Region Deutschlands. Einige Höhlen der Alb waren in der Eiszeit bewohnt und die ältesten Kunstwerke der Menschheit – knapp 40.000 Jahre alt – wurde hier in den letzten Jahren gefunden.
Aber jeder Zeitabschnitt der letzten 200 Mio. Jahre hat so viele eigene Geschichten zu erzählen.

Die Schwäbische Alb ist ein GeoPark der Superlative. Nur einige Beispiele:

Die Schwäbische Alb ist mit 2.400 dokumentierte Höhlen die höhlenreichste Region Deutschlands. Darunter befindet sich bundesweit die älteste Schauhöhle, die tiefste begbare Schauhöhle, die längste begebare Schauhöle und die einziege mit Boot befahrene Schauhöhle.

In der bundesdeutschen Liste der Geotope von nationaler Bedeutung sind acht Geotope der Schwäbischen Alb aufgeführt: Darunter das Obere Donautal, der Meteorkrater Steinheimer Becken, das Lonetal, der Mössinger Bergrutsch, der Vulkankegel Höwenegg, der Blautopf mit der Blaubeurer Alb, Holzmaden mit dem Museum Hauff und das Randecker Maar.

Einweiteres Alleinstellungsmerkmal ist der Fossilienreichtum. Mit Holzmaden, Dotternhausen und Nusplingen besitzt die Schwäbische Alb Fundstätten von weltweiter Bedeutung. Typlokalitäten wie Aalenium oder Plinsbachium sind die wissenschaftliche Nomenklatur eingegangen.

Vor ca. 15 Mio. Jahren ging bei Steinheim am Albuch (Landkreis Heidenheim) eine Meteroit auf die Erde nieder. Der Einschlag hinterließ im Krater einen Zentralhügel, der den Krater weltweit einmalig macht.

Zur gleichen Zeit gab es auf der Alb einen Vulkanismus. Unter dem landläufigen Begriff "Schwäbische Vulkane" werden über 350 Vulkanschlote zwischen Bad Urach und Kirchheim/Teck zusammengefasst, die heute als heraus erodierte Vulkanembryone, Maare, Moore, Hülben, Thermal- und Mineralquellen sowie Sauerbrunnen in der Landschaft hervortreten. In den Höhlen der Schwäbischen Alb wurden die ältesten figürlichen Kunstewerke (Venus vom Hohle Fels, Löwenmensch aus dem Hohlenstein) sowie die ältesten Musikinstrumente (Flöten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein) der Menschheit gefunden. Das macht die Schwäbische Alb zur Wiege zur menschlichen Kultur.

Die Schwäbische Alb ist als Karstgebirge von Wasserarmut geprägt. Dem Ingenieur Karl Ehmann gelang es 1871mit Hilfe eines augeklügltenPuppensystems, Wasser aus den Flusstälern auf die Ortschaften der Albhochfläche und so die Wassernot zu lindern. Die Albwasserversorgung ist die erste morderne Wasserversorgungssystem der Welt.

Mit den Kelten hatte eine frühe Hochkultur der Menschheit ihren Verbreitungsschwerpunkt auf der Schwäbischen Alb. Mit dem Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler/Hülben/Grabenstetten besitzt die Schwäbische Alb das größte Oppidum (keltische Siedlung) knapp 17km² in Europa  und Heuneburg bei Hundersingen an der Donau die älteste Stadt nördlich der Alpen aus der Keltenzeit.





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